Erfahrung mit der neuen RiliBÄK

Seit nun schon mehr als einem halben Jahr gelten die neuen Richtlinien der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung labormedizinischer Untersuchungen (kurz RiliBÄK).  
Mit diesen soll nicht nur das Qualitätsmanagement großer medizinischer Labors  und Kliniken intensiviert, sondern auch die patientennahe Diagnostik in vielen Hausarztpraxen verbessert werden. Hierbei spielen neben der verbindlichen Teilnahme an externen Ringversuchen die vorgeschriebenen ständigen internem Kontrollen eine zentrale Rolle, die aktuell und vor Ort über den Zustand der Geräte und die Zuverlässigkeit der Untersuchungsergebnisse Auskunft geben und damit kurzfristige Eingriffsmöglichkeiten in das System bieten. Hinzu kommt die Auflage einer detaillierten Dokumentation aller, das interne Qualitätsmanagement betreffenden Faktoren.
Während die seit dem 1. April vorgeschriebene Richtlinie in den Kliniken und medizinischen Labors bereits weitgehend umgesetzt wurde, arbeiten viele kleinere Praxen weiter wie bisher. Einerseits ist dies auf den erheblich gestiegenen Aufwand für die Durchführung und Dokumentation der internen Kontrollen zurückzuführen, der im ohnehin schon hektischen Alltag kaum zu realisieren ist, andererseits sicherlich aber auch darauf, daß viele Praxen von der neuen RiliBÄK bislang noch keine Kenntnis nahmen.
Da die Dokumentation der ständigen Qualitätskontrolle in Form eines Qualitätmanagementhandbuchs Gegenstand von externen Überprüfungen und damit Grundlage für die Abrechnungsfähigkeit der Untersuchungen ist, kann das wissentliche Ignorieren ebenso wie die durch Unkenntnis bedingte Unterlassung der Auflagen unangenehme Konsequenzen haben. Der zweifellos berechtigte Einwand, daß die Erfüllung der aktuellen RiliBÄK mit erheblichen Mehrkosten an Arbeitskraft, Personal und Papierkrieg sowie letztendlich weniger Zeit für den Patienten verbunden ist, mag zutreffend sein, entbindet aber nicht von Notwendigkeit dieses Qualitätsmanagements.  Vielmehr zeigen einzelne Reaktionen, daß in einigen Fällen das Thema Qualitätssicherung labormedizinischer Untersuchungen in der Praxis bislang nur sehr stiefmütterlich behandelt wurde und diesbezüglich Nachholbedarf besteht. Da auch schon in den letzten Jahren verbindliche Vorschriften für die Überprüfung von Untersuchungen und Geräten bestanden und daher die neue RiliBÄK lediglich eine Erweiterung und Konkretisierung des Bestehenden darstellt, stellt sich in den Fällen, in denen nun der extrem hinzukommende Arbeitsaufwand beklagt wird, die wohl nicht gänzlich unberechtigte Frage, wie lax die Kontrollen bislang gehandhabt wurden. Auch deutet die Tatsache, daß es zu einer Neufassung der Richtlinie zur Qualitätssicherung labormedizinischer Untersuchungen kam, darauf hin, daß diesbezüglich Handlungsbedarf bestand, bzw. der Ist-Zustand nicht ausreichte bzw. nicht mehr zeitgemäß war.
Eine wirkliche Neuerung der aktuellen RiliBÄK stellt hingegen die vorgeschriebene Berechnung des quadratischen Mittelwertes der Messabweichung, kurz QUAMM dar, der unverzüglich am Ende eines Kontrollzyklus zu ermitteln ist. Diese Kenngröße, die die Standardabweichung zur Ermittlung der Präzision sowie die systematischen Messabweichung zur Bestimmung der Richtigkeit ersetzt, erlaubt anhand des Vergleiches mit der in der RiliBÄK für jeden Parameter angegebenen maximal zulässigen Abweichung eine rückblickende Beurteilung des gesamten Meßverfahrens. 

Die BGT BioGenTechnologies berücksichtigte die neuen RiliBÄK Vorgaben bereits vor deren In-Kraft-Treten am 1. April 2010, in dem sie die geringeren Prozentwerte bei der Berechnung der maximal zulässigen Abweichungen bei ihren Kontrollen beachtete. Auch ist sie gerne ihren Kunden bei der Erfüllung der RiliBÄK-Vorgaben behilflich, wie z.B. durch die Bereitstellung eines QUAMM-Berechnungsservice, der die notwendige  Berechnung des quadratischen Mittelwertes der Messabweichung durchführt. 

Obgleich bislang noch keine harten Fakten zur Umsetzung der neuen RiliBÄK-Vorschriften in den Hausarztpraxen vorliegen und bei den ersten externen Überprüfungen eine wohlwollende Betrachtung naheliegt, so sollte doch die erwartete Toleranz und Schonzeit nicht überbeansprucht werden. Erste hektische Reaktionen verdeutlichen vielmehr, daß im Bereich Qualitätsmanagement labormedizinischer Untersuchungen teilweise erheblicher Nachholbedarf besteht und demzufolge die neue RiliBÄK sinnvoll und notwendig ist.    



 
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