29.05.2009
 Aktuelles aus den Deutschen Ärzteblatt "Lyme-Borreliose - aktueller Kenntnisstand"
 Nau, Roland; Christen, Hans-Jürgen; Eiffert, Helmut

Lyme-Borreliose – aktueller Kenntnisstand

MEDIZIN: cme, DOI: 10.3238/arztebl.2009.0072
Geriatrisches Zentrum, Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende; Abteilung für Neurologie, Universitätsklinikum Göttingen: Prof. Dr. med. Nau;
Kinderkrankenhaus Auf der Bult, Hannover: Prof. Dr. med. Christen; Abteilung Medizinische Mikrobiologie, Universitätsmedizin Göttingen:
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Eiffert


Hintergrund:
Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit in Europa. Die Entdeckung des Erregers Borrelia burgdorferi im Jahr 1982 eröffnete die Möglichkeit einer ursächlichen Diagnostik von Krankheitsbildern in verschiedenen Fachdisziplinen und einer kausalen antibiotischen Therapie. Andererseits häuften sich Spekulationen über mögliche Zusammenhänge einer Borrelieninfektion mit einer Vielzahl unspezifischer Beschwerden und Krankheitsbilder. Dies führte zu einer Überdiagnose und Übertherapie vermuteter Lyme-Borreliosen.

Methode:
In einer selektiven Literaturübersicht, die verschiedene nationale und internationale Leitlinien einbezieht, wird der gegenwärtige Kenntnisstand dargestellt.

Ergebnisse:
Die Spirochaete Borrelia burgdorferi sensu lato ist in Deutschland gebietsabhängig in circa 5 bis 35 Prozent der Schildzecken nachweisbar. In Europa existieren im Gegensatz zu Nordamerika verschiedene Genospezies. Die häufigste Manifestation einer Borrelieninfektion ist das Erythema migrans, gefolgt von der Neuroborreliose, Gelenkbeteiligungen, der Acrodermatitis chronica atrophicans und dem Borrelien-Lymphozytom. Die Diagnose wird aufgrund der klinischen Symptomatik und ab Stadium II ergänzend durch den Nachweis erregerspezifischer Antikörper gestellt. Ein Erythema migrans wird im Erwachsenenalter mit Doxycyclin, bei Kindern mit Amoxicillin behandelt. Bei der Neuroborreliose sind Cephalosporine der dritten Generation die Standardtherapie.

Schlussfolgerung:
Die Prognose nach adäquater antibiotischer Behandlung ist gut. In etwa 95 Prozent der Fälle heilt die Neuroborreliose ohne Folgen ab. Bei Verdacht auf eine chronische Borreliose ist eine besonders sorgfältige Differenzialdignostik erforderlich.
Dtsch Arztebl Int 2009; 106(5): 72–82
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0072




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