Vorteile des Nachweises von Bakterien mit der Fluoreszenzmethode

Der  traditionelle Nachweis von infektiösen Erkrankungen aufgrund von Bakterien erfordert, daß die  aus
einer Probe gewonnenen patogenen Bakterien auf einem geeigneten Nährmedium vermehrt werden.
Dies ist nicht nur relativ aufwendig, sondern auch langwierig, da das Untersuchungsergebnis erst nach mehreren Stunden, oftmals sogar erst am nächsten Tag, vorliegt.   Diese Wartezeit  ist bei schnell fortschreitenden und
ansteckenden Erkrankungen  und damit akutem Handlungsbedarf sehr nachteilig. Darüber hinaus  ergibt sich bei ungünstigem Probenmaterial bzw. im Fall einer frühen Erkrankungsstadiums,  daß die Anzahl der Ausgangsbakterien gering und demzufolge der Nachweis vergleichsweise unsicher ist.  Ein DNA Test nach vorheriger  PCR Replikation  beinhaltet ebenfalls viele Nachteile.  Zudem besteht bei diesen Untersuchungsmethoden die prinzipielle Schwierigkeit, daß auch abgestorbene Organismen erfaßt werden und damit zu einem falsch-positiven Ergebnis führen können.

Die Fluoreszenzmethode bietet hier nun deutliche Vorteile.
Da sie nicht die Bakterien direkt, sondern die von ihnen erzeugten Enzyme nachweist. Diese liegen gegenüber den Bakterien in der Probe in einer wesentlich größeren Menge vor, was  einerseits die Untersuchung erleichtert und andererseits eine zeitraubende Anreicherung erspart. Zudem können abgestorbene Bakterien zu keinem falsch-positiven Ergebnis führen.
Die Untersuchung erfolgt in der Weise, daß der Probe ein fluorogenetisches Substrats zugefügt wird, welches durch ein spezielles Enzym des Zielbakteriums hydrolysiert wird und dadurch eine Fluoreszenz erzeugt. Diese kann nun direkt in Form einer Farbreaktion angezeigt oder mit einem handlichen Fluorometer durch Anregung mit einer entsprechenden Wellenlänge gemessen werden. Sofern der hierdurch ermittelte Wert  oberhalb einer als Leerwert anzusehenden geringen Grundfluoreszenz liegt, ist von Enzymen des Zielbakteriums und damit von Bakterien selbst in der Probe auszugehen.  Weil dieses Untersuchungsverfahren kein Anreicherungsverfahren erfordert und die Reaktion der fluorogenetischen Substanz mit den Enzymen in nur 10 Minuten erfolgt, liegen die Ergebnisse bereits kurz nach der Probenahme vor, was Vorteile  bezüglich der weiteren Handlungsweise bietet.

Bei dem Fluoreszenzverfahren können nach entsprechender Aufbereitung unterschiedliche Ausgangsproben verwendet werden,  wodurch sich diese Untersuchungsmethode nicht nur im medizinischen Bereich, sondern auch bei der Nahrungsmittelüberwachung oder der Hygienekontrolle anbietet.

Aufgrund der zu wenigen Handlungschritten zusammengefaßten standardisierten Vorgehensweise  ist dieses Verfahren, nicht nur relativ kostengünstig, sondern auch vergleichsweise einfach und robust gegenüber negativen Einflüssen, wobei allerdings, wie bei allen vergleichbaren Tests auch,  die Gebrauchsanweisungen genau zu beachten sind.

Basierend auf dem Fluoreszenz-Nachweisverfahren werden folgende Tests angeboten:

  • Colometrische Screening-Tests für Abstrichproben mit Farbreaktion
    z.B. für Hygienekontrollen
  • All-in-One-Selbsttests für Abstrichproben mit Farbreaktion
  • Bestätigungstestkarten mit Farbreaktion
    z.B. für den medizinischen Bereich
  • Fluoreszenzassays für die Verwendung mit Hand-Flourometern
    z.B. für den Nachweis
    patogener Bakterien

 

Weil die Sromversorgung der Hand-Fluorometer auch durch die Verwendung von Batterien sichergestellt werden kann, eigenen sich diese Geräte für den Vor-Ort-Einsatz im Freien, was beispielsweise im Veterinärbereich bei der Untersuchung von Frischmilchproben auf Mastitis verursachende Bakterien vorteilhaft ist.

 



 
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